In welche Themen investiere ich?

 

Zunächst einmal investiere ich grundsätzlich nicht in Unternehmen,

- die keine Gewinner von Secular Trends, also übergeordneten Veränderungen, sind;

- die keine Softwarekompetenz haben;

- deren Leistungsangebot sich in absehbarer Zeit zu einer Commodity-Leistung entwickeln könnte;

Abgesehen davon investiere ich nur in Themen, die mich selbst stark genug interessieren. Denn ohne dieses Interesse hat man in meinen Augen nicht genug Motivation, um die sektorspezifischen Eigenheiten oder die jeweiligen Entwicklungen ausreichend zu verfolgen - geschweige denn, dass man diese richtig deuten könnte. So ist beispielsweise mein Interesse für den gesamten Gaming-Bereich viel zu gering, um mich darüber auf dem Laufenden halten zu wollen, welches Spiel-Genre gerade en vogue ist und warum. 

Ganz anders sieht es für mich bei Plattform- und Ökosystem-Geschäftsmodellen aus, wobei mich vor allem die Themenfelder Mobilität, E-Commerce und E-Service interessieren. Da ich mich mit diesen Bereichen mit großer Begeisterung beschäftige, traue ich es mir hier auch zu, die jeweilige Branchendynamik, entscheidene KPIs, das Wettbewerbsumfeld oder Kundenreaktionen richtig zu interpretieren. 

Neben dem thematischen Interesse beachte ich bei der Themenauswahl außerdem meinen eigenen Circle of CompetenceIch bin nämlich der Ansicht, dass Anlageentscheidungen, die ohne das erforderliche Hintergrundwissen getroffen werden, ein Portfolio schnell zu einer Partie Russisch Roulette mutieren lassen. Die eigenen Kompetenzen kann man dabei in drei Gruppen einteilen:

Cirlce of

Competence

What you think

you know

What you know

you don´t know

Das äußerste Feld stellt für Investoren in meinen Augen und zumindest theoretisch gesehen den ungefährlichsten Bereich dar, da sich entsprechende Anlagefehler eher leicht vermeiden lassen sollten. Ich kann beispielsweise von mir selbst sagen, dass ich viel zu wenig von Mikrochips, Verfahrenstechnik, Biotechnologie oder Pharmazie verstehe, um dort investieren zu können.

Der mittlere Ring stellt im Gegensatz dazu eher die absolute Gefahrenzone dar. Denn vermutlich wird genau mit den Anlageentscheidungen das meiste Geld verbrannt, die eigentlich hier eingeordnet werden müssten. Zwar ist es nur allzu menschlich, eigene Fähigkeiten zu über- oder zu unterschätzen. Aber genau aus diesem Grund erachte ich die Börse auch als eine so hervorragende Schule für das gesamte Leben. Und nicht ohne Grund meint Ray Dalio in diesem Zusammenhang:

“Success comes from knowing what you don’t know, more than coming from what you do know.”

Im Zentrum befindet sich dann der sog. Circle of Competence. Darin können diejenigen Sektoren und Branchen eingeordnet werden, zu denen man sich selbst eine fundierte Meinung bilden kann. Im Normalfall sollten diese auch genau den Themengebieten entsprechen, mit denen man sich ohnehin am liebsten beschäftigt.

Zusammenfassend achte ich bei der Themenauswahl also vor allem auf folgende zwei Kriterien:

1) Habe ich selbst ein ausreichend starkes Interesse an der jeweiligen Branche? 

2) Kann ich die Branche meinem Circle of Competence zuordnen?

Dieses Vorgehen bzw. die beiden Kriterien spielen für mich bei der letztendlichen Auswahl eines potentiellen Investments übrigens eine noch viel stärkere Rolle. Allerdings macht es hier meiner Ansicht nach wenig Sinn, das Pferd von hinten aufzuzäumen.

 

Das heißt, wann immer ich auf ein mir vorher unbekanntes Unternehmen stoße, prüfe ich zuerst, ob es den zu mir passenden Themengebieten entspricht. Ist dies nicht der Fall, spare ich mir von vorn herein wertvolle Zeit und nehme lieber in Kauf, ein eventuell profitables Investment zu verpassen. Da ich aber ohnehin nicht beurteilen könnte, ob und warum das dahinterstehende Unternehmen Erfolg/Misserfolg hat, ist das für mich angesichts der zahlreichen Alternativen auch gar nicht weiter schlimm.

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