• Tim Hartlieb

End-of-APRIL Portfolio Update

Aktualisiert: Mai 25



Dieses Update werde ich ab sofort immer am Monatsende erstellen. Darin werde ich die wichtigsten Entwicklungen rund um mein Portfolio Revue passieren lassen und meine eigenen Erkenntnisse reflektieren. Auf einzelne Unternehmen werde ich dabei nicht allzu detailliert eingehen. Hierzu werde ich im Laufe der Zeit und abseits der monatlichen Updates separate Beiträge im Blog veröffentlichen.


Der April war wieder ein sehr ereignisreicher Monat – nicht nur wegen der weiterhin eher angespannten Lage rund um den Corona-Virus. An der Börse unterscheiden Marktteilnehmer immer stärker zwischen "Qualitätswerten" und

"Wackelkanidaten". Viele erstklassige Unternehmen konnten dadurch ihre Einbrüche nahezu komplett aufholen und weisen teilweise sogar neue All-Time-Highs aus.


Wie auch schon im Monat zuvor war ich erneut sehr aktiv auf der Käuferseite. Rückblickend bereue ich es zwar etwas, dass ich im März, als die Panik ihren Höhepunkt erreicht hatte, nicht noch entschlossener zugegriffen habe. In Anbetracht dessen, dass dies nach dem Flash-Crash im Dezember 2018 mein erster wirklicher Bärenmarkt war/ist, bin ich allerdings doch recht zufrieden was die Umsetzung meiner eigenen Vorsätze betrifft.


Wichtig war mir vor allem, dass ich mich nicht von Schwarzsehern und Panikmachern anstecken lasse, mich mit einem kühlen Kopf auf die relevanten Fakten konzentriere und meiner Spark-Invest-Anlagestrategie treu bleibe. Außerdem habe ich versucht, das zeitliche Diversifizieren bestmöglich umzusetzen. Hier geht allerdings noch mehr – denn auch ich hatte Mitte März noch zu viel „Ladehemmung“.


Entgegen der Meinung vieler bin ich seit Anfang April aber der Ansicht, dass wir die Tiefststände am Aktienmarkt für diese Krise hinter uns haben. Das heißt nicht, dass es nicht noch einmal zu einem stärkeren Einbruch kommen kann. Dieser wird in meinen Augen allerdings – solange der Corona-Virus nicht noch einmal außer Kontrolle gerät oder die Politik unverhältnismäßig drastische Maßnahmen verhängt, weitaus weniger dramatisch ausfallen. Zwar wird die Normalität im Alltag noch einige Zeit auf sich warten lassen, aber bekanntlich blickt die Börse eben 6 bis 12 Monate voraus.


Zu diesem Entschluss komme ich vor allem auch deshalb, da die Corona-Krise in meinen Augen eine relativ kontrollierbare Krise darstellt und aktuell fast alle Politiker bzw. Zentralbanken an einem Strang ziehen. Zudem habe ich das Gefühl, dass alle wichtigen Akteure genau wissen, was zu tun ist, um die Krise schnellstmöglich zu bewältigen. Dies war beispielsweise insbesondere im Zuge der Finanzkrise 2007/2008 anders, da dort lange Zeit Unklarheit und Uneinigkeit über die richtigen und notwendigen Maßnahmen herrschte - Stichwort Eurorettung.


Unabhängig davon werden wir in den kommenden Wochen noch viele Schlagzeilen bzw. noch die eine oder andere Hiobsbotschaft sehen. Viel aussagekräftiger ist aber in meinen Augen die letztendliche Reaktion des Marktes auf Nachrichtenmeldungen. Was allerdings die durchaus besorgniserregende Lage am Arbeitsmarkt betrifft, so gibt es eine aufschlussreiche Parallele zu den Entwicklungen im Umfeld der Finanzkrise wie folgender Chart zeigt [1].



Man erkennt, dass sich der S&P 500 auch 2009 (hier in blau dargestellt durch das SPY-ETF) weit vor der Normalisierung am Arbeitsmarkt erholt hat. Während die Arbeitslosigkeit (gelbe Kurve) also nach dem Tiefpunkt am Aktienmarkt Anfang 2009 noch deutlich anstieg, startete dieser bereits sein Comeback. Die Arbeitslosenzahlen stabilisierten sich übrigens damals in den USA erst ab 2013.


Dazu kommt noch, dass sehr viele Anleger (institutionell wie privat) an der aktuellen Erholung nicht partizipieren und die Zentralbanken im wahrsten Sinne des Wortes die Bazooka ausgepackt haben. Allerdings will ich ohnehin nicht allzu viel Zeit in makroökonomische Debatten stecken. Da niemand eine Glaskugel hat und ich kein Anhänger des „ja, und was wenn…“ – Denkens bin, investiere ich lieber weiter kontinuierlich entsprechend meiner Strategie.


Und damit zum eigentlichen Depot.


Neu gekauft habe ich diesen Monat Alteryx, Mercado Libre und Livongo Health. Alle drei hatte ich dabei schon sehr lange auf der Watchlist.


Alteryx wurde über 20 Jahre lang von Dean Stoecker zu einer hervorragend positionierten Datenmanagement- und Datenanalyse-Plattform aufgebaut, die u. a. tausende Stunden der mühseligen Excellistenarbeit überflüssig macht. Besonders bemerkenswert finde ich zudem, dass die Data-Science- und Machine-Learning-Lösungen von Alteryx derzeit auch schon von Microsoft und Amazon genutzt werden (müssen). Mercado Libre wurde 1999 von Marcos Galperin als das Ebay für Lateinamerika ins Leben gerufen. Mittlerweile ist das Unternehmen – nicht zuletzt dank einer Partnerschaft mit Paypal – auf dem besten Weg, neben Ebay auch das Mastercard und Amazon für den Kontinent zu werden. Livongo Health ist wiederum ein Digital-Healthcare-Unternehmen aus dem Silicon Valley, das durch sein Ökosystem aus (institutionellen) Partnern sowie durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Applied Signals die Lebensumstände von Menschen mit chronischen Krankheiten verbessert.


Wenn ich eine Aktie zum aller ersten Mal kaufe, versuche ich, dass die Anfangsgröße möglichst um die 2-3% beträgt und skaliere dann entsprechend meiner Conviction in die Position hinein. Bei Alteryx habe ich beispielsweise eine Woche später gleich noch einmal zugeschlagen. Ein Nachteil dieses zeitlich gestreckten Zukaufs ist allerdings, dass eine Aktie – wie in meinem Fall Shopify – im wahrsten Sinne des Wortes „davonlaufen“ kann. Letztere habe ich beispielsweise im März für umgerechnet rund 330€ ergattert, konnte aber die Position durch die rasante Erholung nicht so weit ausbauen, wie ich es gerne gewollt hätte. Und das derzeitige P/S-Ratio von über 45 halte ich selbst für Shopify als etwas übertrieben.


Das Portfolio sieht damit – Stand 30. April – wie folgt aus:



Ja, ich weiß, Tesla ist eine sehr dominante Position. Allerdings habe selbst ich nicht mit einer so rasanten Verdreifachung gerechnet. Und um ehrlich zu sein, bin ich auch etwas überrascht, dass sich der Aktienkurs im aktuellen Umfeld so schnell erholt hat. Eigentlich hatte ich vielmehr erwartet, dass aufgrund der eingeschränkten Mobilität bzw. der geringeren Ausgaben der Menschen vor allem Uber und Tesla länger leiden werden.


Entgegen einiger Portfolio-Rebalancing-Theorien halte ich nicht allzu viel davon, wegen einem aus einer Kurssteigerung entstandenen Ungleichgewicht intern umzuschichten. Ich sehe in solchen vorzeitigen Gewinnmitnahmen vielmehr die große Gefahr, die eigentliche Kraft des Zinseszinses zu verpassen. Stattdessen halte ich mich an das Motto: „Winners just keep on winning“.


Wenn ich doch verkaufe, dann geschieht das vielmehr aufgrund meiner Verkaufskriterien – und solange mit der ursprünglichen Investment-Thesis alles in Ordnung ist, denke ich nicht daran, Positionen zu verkleinern. Und was Tesla betrifft, will ich es in Anlehnung an Ron Baron einfach wie folgt formulieren:


„I can afford to loose 10% of my money, but I cannot afford to loose making a hundred times that money.”


Das zweite was dem einen oder anderen ins Auge sticht, ist der relativ hohe Goldanteil. Ich sehe Gold nicht als „Zock“ oder langweilige Commodity, sondern als Cash-Ersatz und langfristig sinnvolle Depotbeimischung. Denn Gold ist eine der sehr wenigen Anlageklassen, die nicht mit den meisten, anderen Anlageklassen im Gleichschritt läuft. Und eine kleine Menge an nicht-korrelierendem Assets für einen besonders „rainy day“ aufzuheben, schadet in meinen Augen nicht. Dadurch ist meine konventionelle Cash-Quote natürlich auch etwas geringer.


Die Schlusslichter im Portfolio sind derzeit Uber und Yext – beide notieren noch leicht im Minus. Da diese aber ohnehin nicht zu meinen high-conviction-Positionen zählen und ihre Investment-Thesis unverändert ist, sehe ich hier derzeit auch keinen weiteren Handlungsbedarf.


Das gesamte Portfolio ist damit seit dem 1. Januar 2020 - Stand 30. April - 28% im Plus. Dem gegenüber stehen -2% beim Nasdaq und -13% beim MSCI World.



Was die nächsten Monate angeht, rechne ich aber nicht wirklich damit, dass es in diesem Tempo weitergeht. Ich würde mich auch nicht wundern, wenn wir ein paar Monate lang „hin und her“ pendeln. Mit Blick auf 2021 und darüber hinaus bin ich aber überzeugter denn je, dass meine ausgewählten Sparks erstklassig positionierte Innovationsführer sind, die diese Krise – egal wie sehr sie sich noch zuspitzen sollte - problemlos meistern werden. Sollten daher die jeweiligen Investment-Thesis´ in Takt bleiben, erwarte ich mittel- bis langfristig einen sehr erfreulichen Wertzuwachs.



Spark Invest- Innovation erkennen, Disruption verstehen und besser investieren



THE END.





Disclaimer


Sämtliche, geschilderten Inhalte stellen weder Kaufs- noch Verkaufsempfehlungen für Finanzinstrumente (Aktien, Anleihen, Derivate, ETFs, etc.) dar.

Die Inhalte dienen lediglich der Allgemeininformation, spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wieder und stellen keine Anlageberatung dar.

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Der Verfasser kann insbesondere nicht einschätzen, inwiefern angesprochene Finanzinstrumente den Anlagezielen, der Risikobereitschaft und der Verlusttragfähigkeit des Lesers entsprechen.

Wer auf Basis von Informationen aus dem Beitrag etwaige Anlageentscheidungen trifft, trifft diese ausschließlich auf eigene Verantwortung und eigene Gefahr.

Der Verfasser übernimmt außerdem keinerlei Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte. Und der Verfasser haftet somit auch nicht für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf im Beitrag geschilderten Informationen basieren.




[1]

https://www.nasdaq.com/articles/have-we-hit-bottom-heres-my-take-and-2-funds-yielding-9-2020-04-02


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